Freitag, 15. Oktober 2010

Mallorca - Höhlen bei Portals Vells

Die Höhlen erreicht man, indem man von Punta de s'Estaca (am Südostzipfel der Landzunge zwischen Peguera und Palma) aus der Bucht von Portals Vells folgt (schöne Strände, z.T. FKK). Mit dem Bus kann man bis "Casino" fahren.


So ganz ohne ist die kleine Wanderung an einem Sommertag mit 40 Grad im Schatten nicht, festes Schuhwerk ist ratsam, aber der Anblick lohnt sich - relativ wenige Besucher verirren sich hier her in die Höhle mit den alten Altären. Ich las in einem Reiseführer, sie seien von Seeleuten im 14./15. Jahrhundert geschaffen worden. An anderer Stelle las ich, der Altar sei für Maria als Göttin des Meeres geschaffen, die Marienstatue werde inzwischen aber woanders verwahrt. Wer weiß...

Die Mischung aus christlicher und anderer Symbolik ist spannend; der Ort hat etwas.

Eine Schlange beißt sich in den Schwanz:

Freitag, 6. August 2010

Vogesen: Hexefelse (rocher turenne)

Wir verlassen den Odenwald und gehen ca. 250 km nach Südsüdwesten.

Der Hexefelse (rocher turenne) ist leicht von einem Wanderparkplatz (ca. 1km nach Norden, Markierung gelber Strich, später rotes Dreieck) zu erreichen, der an der schmalen Waldstraße zwischen Husserem-les-Châteaux und Wintzenheim liegt (von HLC nahc W - der nächste hinter dem an den "Trois Châteeaux"). Beide Orte liegen in der Umgebung von Colmar.




Mich hat dieser Ort sehr berührt, denn vorher hatte ich das Gefühl im Elsass-Urlaub, das Spirituelle, der Ortsgeist lässt mich gar nicht zu sich; hier habe ich ihn, besser: SIE das erste mal gespürt.

Der Felsen ist wirklich beindruckend, wenn auch schwer fotografierbar. Die Steine waren richtig warm vor Energie. Herrrliche Himbeerdickichte wachsen in der Umgebung.

Mittwoch, 12. Mai 2010

Tipp: Hexen, Heiden, Heiligtümer

Für Leser meines Kultplatzblogs vielleicht ganz interessant - also, der erste Teil:

Darmstadt-Südhessen Magazin: Hexenverfolgung im Odenwald und Kurs Sturzprophylaxe, 05.April .2010 - kewego
Hexen, Heiden, HeiligtümerDer Odenwald und die Bergstraße sind reich an Sagen und Mythen. Voll Heidnischer Kultstätten, Hexentanzplätze und Heiligtümer. Larissa Anton hat diese Orte aufgespürt, für ihren Film über Aberglauben und Hexenverfolgung. Nirgendwo in Hessen war die Hexenverfolgung so ausgeprägt, wie in Dieburg, rund 200 Menschen landeten hier auf dem Scheiterhaufen.


www.rheinmaintv.de

Freitag, 12. Februar 2010

Steinschloss bei Scheuerberg

Nach Mittershausen gelangt man, wenn man von der B 460 Heppenheim-Fürth Richtung Mittershausen/Scheuerberg links abbiegt. Am Ende des kleinen Weilers Scheuerberg liegt der gleichnamige Wanderparkplatz; das Steinschloss (und andere interessante Felsformationen, kleine Felsenmeere sowie alte Steinbrüche) liegen inmitten sehr schönen Buchenwaldes am Wanderweg 6.

Endlich habe ich die Fotos vom Sommer wiedergefunden, als wir diese Gegend erkundet haben. Mit meiner etwas veralteten Wanderkarte war es, wie bei manchen sehenswerten Felsformationen, nicht ganz leicht, die richtige auszumachen.

Es heißt, hier habe früher, als der Odenwald noch voller Sagengestalten war, ein Riese sein Schloss errichtet, das bei einem gewaltigen Erdbeben eingestürzt und teilweise versunken sei.

Eine andere Sage berichtet, dass das Steinschloss in Scheuerberg Wildleuthäusel heiße, weil hier früher in inzwischen verschwundenen Höhlen an den Steinen wilde Leute gewohnt hätten. Es heißt, das seien Bewohner der Umgebung gewesen, die den christlichen Glauben nicht angenommen hätten und lieber wie Wilde im Wald hausten, als Christen zu werden.

Mit den Jahren seien sie immer mehr verwildert; mitleidige Dorfbewohner in der Umgebung stellten immer wieder Essen vor die Haustür oder an den Waldrand und legten Kleider heraus, doch irgendwann wurde es nicht mehr abgeholt, und die wilden Leute waren verschwunden.

In dem Buch "Sagen, Erzählungen und Spukgeschichten aus Heppenheim und Umgebung" von Bräuer und Metzendorf heißt es noch 1975 (!), die Scheuerberger hätten immer noch das Haus zeigen können, wo man Essen bereit gestellt hatte.


Mehr über wilde Leute siehe hier.

Freitag, 2. Oktober 2009

Natur-Kraft-Weg Mörlenbach

Mörlenbach liegt im Weschnitztal, ca. 10 km von Weinheim oder Heppenheim entfernt an der B38. Start des Natur-Kraft-Weges ist das Bürgerhaus beim Stadion im Zentrum der Gemeinde.

Der „1. Deutsche Geomantie-Natur-Kraftwanderweg“ führt durch die Natur um die Gemeinde und bietet an 14 Stationen Inspiration zum Natur-erleben. Initiiert wurde er von Dorisa Winkenbach zusammen mit dem Odenwaldclub.

Eine wirklich schöne Idee, nett umgesetzt; nur die Wegmarkierungen sind stellenweise noch etwas dürftig.

Alternativ kann man den Weg auch bei Auslassung der ersten Stationen zu einem Rundweg umgestalten; dazu parkt man am Wanderparkplatz Ebertsklingen bei Ober-Liebersbach, läuft dort die Autostraße ein Stück zurück Richtung Mörlenbach und folgt dabei den Wanderwegen 2 und 4 im gelben Kreis. Es geht an einer Grünschnittdeponie vorbei und eine Wohnstraße hinunter; unten scharf rechts in die Straße "Am Habsberg" einbiegen und der Kraftwegmarkierung folgen. Am Ende des Wegs kann man den Kraftweg ein Stück zurück gehen, dann links auf den Bo 2 einbiegen und ist schnell wieder am Ausgangspunkt.

Ein Beispiel einer Station:



Freitag, 18. September 2009

Die Waldbrudershütte bei Hirschhorn

Die Waldbrudershütte liegt im Ulfenbachtal; man kann sie von Hirschhorn aus über den Wanderweg H6 erwandern.

Bei der Waldbruderhütte handelt es sich um eine kleine Höhle, oder eher einen Felsüberhang. Beachtenswert ist eine in den Fels gehauene Figur. Der Ort liegt malerisch (wenn auch leider mit störenden Geräuschen der relativ nahen Straße) in einem steilen Waldstück eines engen Tales.

Leider ist sie vor einigen Jahrzehnten mutwillig zerstört worden, und man kann nur noch grobe Umrisse erkennen (s.u.); vorher sah Sie so aus. Abgüsse davon finden sich im Rathaus Hirschhorn und im Volkskundemuseum Heppenheim.



Über den Ursprung der Figur streiten sich die Gelehrten. Der Name "Waldbrudershütte" und die Sagen zu diesem Ort deuten darauf hin, dass hier einmal ein frommer Einsiedler gelebt haben könnte; vielleicht hat dieser diese Figur angefertigt oder anfertigen lassen. Der alte Name "Lengertel" (Leonhardstal) für diese Schlucht deutet darauf hin, dass es sich um den im süddeutschen Raum sehr beliebten "Bauernheilgen" Leonhard gehandelt haben könnte.

Sagen berichten, der Einsiedler selbst habe Leonhard geheißen; womöglich war er der verschollene Spross einer adeligen Familie.

Andere vermuten, dass es sich um eine alte keltische Kultstätte handelte, da die Figur Ähnlichkeit mit keltischen Darstellungen hat. Auch heißt es, dass gerade dort Leonhardsheiligtümer entstanden, wo früher keltischen Wassergöttern (laut H.-G. Morr: Teutates) geopfert wurde.

Da aber erste Erwähnungen der Figur erst ins Spätmittelalter fallen, spricht mehr für die erste Deutung. Wie ich uff Malle sehen konnte, gibt es sehr wohl aus Mittelalter und früher Neuzeit Steinzeugnisse, die "keltisch" aussehen.

Außerdem habe ich den frommen Waldbruder fotografiert...



Viel mehr zu dieser Sehenswürdigkeit findet man hier auf einer wirklich tollen und ausführlichen Seite!

Freitag, 26. Juni 2009

Bürgstädter Berg

Bürgstadt liegt am Main bei Miltenberg ; den Bürgstädter Berg kann man am besten über den Wanderparkplatz "Stutz" oberhalb des Ortes erwandern (u.a. Markierung gelbes L).

Dieser Teil des äußerst nord-östlichen Odenwaldes gehört zu Mainfranken in Bayern; der Main bildet ungefähr die Grenze zwischen Odenwald und Spessart.

Ein sehr spannender Berg mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten, der auch schöne Aussichten in das Maintal ermöglicht. Neben einer modernen Marienkapelle findet man hier auch die Ruine der nie fertig gestellten Centgrafenkapelle; der damalige Bürgstädter Centgraf Leonhard Gackstadt wollte sich mit dieser frommen Stiftung 1629 hervortun, allerdings verhinderte der 30jährige Krieg die Fertigstellung. Dass eben jener Centgraf auch für zahlreiche Hexenprozesse in Bürgstadt verantwortlich war, lässt diese missglückte Anbiederung an Gott in einem interessanten Licht erschienen.


Auf dem Bürgstädter Berg, der schon seit der Jungsteinzeit bewohnt war, findet sich auch eine keltische Ringwallanlage (vgl Heiligenberg bei Heidelberg); ein Teil ist rekonstruiert worden.


Außerdem gibt es auf dem Bürgstädter Berg zahlreiche Rohlinge von Mühlsteinen, Säulen und Sarkophagen, die - meist, weil sich bei der Vorbearbeitung Fehler im Stein zeigten und der Arbeitsprozess abgebrochen wurde - unvollendet geblieben waren. Das Gestein in der Region ist sehr hübsch, leuchtend rot und glitzernd.


Schon die Römer nutzen es, und so kann bei manchen Rohlingen nicht gesagt werden, ob sie von den Römern oder erst im Mittelalter begonnen wurden. In der Neuzeit glaubte man dann allerdings, diese Steine müssten von Riesen und Dämonen geschaffen worden sein, und meißelte zwecks Exorzierung christliche Symbolik hinein.


In der Romantik entstanden die hier und an anderen Stellen belegten Sagen, dass solche Steine von Riesen geschaffen oder benutzt worden seien; daher kommt der Ausdruck "Heune" (=Hühne = Riese).