Freitag, 26. Juni 2009

Bürgstädter Berg

Bürgstadt liegt am Main bei Miltenberg ; den Bürgstädter Berg kann man am besten über den Wanderparkplatz "Stutz" oberhalb des Ortes erwandern (u.a. Markierung gelbes L).

Dieser Teil des äußerst nord-östlichen Odenwaldes gehört zu Mainfranken in Bayern; der Main bildet ungefähr die Grenze zwischen Odenwald und Spessart.

Ein sehr spannender Berg mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten, der auch schöne Aussichten in das Maintal ermöglicht. Neben einer modernen Marienkapelle findet man hier auch die Ruine der nie fertig gestellten Centgrafenkapelle; der damalige Bürgstädter Centgraf Leonhard Gackstadt wollte sich mit dieser frommen Stiftung 1629 hervortun, allerdings verhinderte der 30jährige Krieg die Fertigstellung. Dass eben jener Centgraf auch für zahlreiche Hexenprozesse in Bürgstadt verantwortlich war, lässt diese missglückte Anbiederung an Gott in einem interessanten Licht erschienen.


Auf dem Bürgstädter Berg, der schon seit der Jungsteinzeit bewohnt war, findet sich auch eine keltische Ringwallanlage (vgl Heiligenberg bei Heidelberg); ein Teil ist rekonstruiert worden.


Außerdem gibt es auf dem Bürgstädter Berg zahlreiche Rohlinge von Mühlsteinen, Säulen und Sarkophagen, die - meist, weil sich bei der Vorbearbeitung Fehler im Stein zeigten und der Arbeitsprozess abgebrochen wurde - unvollendet geblieben waren. Das Gestein in der Region ist sehr hübsch, leuchtend rot und glitzernd.


Schon die Römer nutzen es, und so kann bei manchen Rohlingen nicht gesagt werden, ob sie von den Römern oder erst im Mittelalter begonnen wurden. In der Neuzeit glaubte man dann allerdings, diese Steine müssten von Riesen und Dämonen geschaffen worden sein, und meißelte zwecks Exorzierung christliche Symbolik hinein.


In der Romantik entstanden die hier und an anderen Stellen belegten Sagen, dass solche Steine von Riesen geschaffen oder benutzt worden seien; daher kommt der Ausdruck "Heune" (=Hühne = Riese).

Montag, 22. Juni 2009

Magnetsteine bei der Burg Frankenstein

Nahe der Burg Frankenstein gibt es Magnetsteine, die Wirrlicht hier kommentiert:

Mittwoch, 27. Mai 2009

Burgruine Freienstein

In Gammelsbach, einem kleinen Ort ca. 5 km südlich von Beerfelden, an der B 45. Ein Wanderparkplatz in Gammelsbach ausgeschildert, von da ein paar hundert Meter auf dem Weg 1 zur Ruine.


Diese Burg wurde 1297 das erste Mal erwähnt; es ist unklar, wem sie damals gehörte. Ab 1400 herum war sie im Besitz der Grafen zu Erbach-Fürstenau. Nach einem großen Brand in Beerfelden wurde die Burg 1810 zum "Auschlachten" freigegeben.

Über diesen Brand in Beerfelden heißt es, kurz zuvor sei eine arme alte Zigeunerin bei schrecklichem Unwetter nach Beerfelden gekommen und habe um Obdach gebeten. Alle haben sie abgewiesen, nur der Schäfer, der außerhalb des Städtchens lebte, nahm sie auf. Aus Dank segnete sie sein Häuschen, und so blieb es als einer der wenigsten Bauten vom großen Brand 1810 verschont.

Einige Sagen spinnen sich um die Burg Freienstein selbst. So soll ein unheimlicher grauer Mann hier umgegangen sein, und auch zwei feurige Kutschen, jeweils gezogen von vier feurigen Rossen, wurden gesehen. In den Kutschen saßen Menschen, den Flammen aus Mund und Augen schossen.

Sonntag, 22. März 2009

Ruine Hirschburg und Schanzenköpfle

Die Ruinen Hirschburg und die Schanzenköpfle erwandert man am besten vom Wanderparklatz in Leutershausen (Hirschberg) aus. Dieser Parkplatz liegt, wenn man auf der B3 Heidelberg-Weinheim fährt, rechts oben, oberhalb des Ortskernes von Leutershausen. Am besten Richtung Friedhof fahren, daran vorbei und weiter nach oben. Man erreicht die Ruine über die Wanderwege 6 und den Burgenweg (B).

Die Hirschburg ist, ebenso wie das nahe Schanzenköpfle, schon sehr lange verlassen und verfallen. Viel weiß man nicht über die Burg; sie gehörte wohl dem Geschlecht der Hirschberger und wurde um 1200 erbaut. Das Geschlecht starb aus; der Ritterstand, der es übernahm, nannte sich allerdings auch "von Hirschberg". Wahrscheinlich zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurde die Burg verlassen; ob sie verfiel oder abgerissen wurde, ist nicht bekannt.

Viel ist von der Ruine nicht erhalten, nur wenige Mauerreste und ein Torbogen. Nichtsdestotrotz ein schönes Ausflugsziel mit - zumindest im laubfreien Winter - guten Fernblicken.



Es heißt, hier spuke ein Reiter ohne Kopf. Früher, zu den Zeiten der alten Hirschberger, hat dieser Mann seine Verwandten verraten und Feinden den Weg in die Burg gezeigt. Seine Familie wurde niedergemacht, doch auch er selbst kam bei dem Gefecht zu Tode. Als Strafe für seinen Verrat spukt er nachts um die Ruine herum.

Das Schanzenköpfle liegt, einige hundert Meter entfernt und weiter oben in den Hügeln, auch an den beschriebene Wegen. Hier findet man nur noch Wälle des ehemaligen Baus. Man geht davon aus, dass hier die Anfang des 12. Jahrhunderts erbaute Vorläuferburg der Hirschburg lag. Es gibt auch Spekulationen, dass die Hirschburg oder das Schanzenköpfle Vorläufer der Strahlenburg waren; anderswo las ich, das Schanzenköpfle sei vielleicht nur ein Wachturm gewesen, keine eigenständige Burg.

Nahe des Schanzenköpfle findet man alte Grenzsteine von 1790, die das Hirschgeweih zeigen.

Montag, 2. März 2009

Bombach


Das Bombachtal zweigt von der Bergstraße zwischen Heppenheim und Laudenbach jenseits der Weinberge Richtung Juhöhe nach Osten ab. Man erreicht es über den Wanderweg H3.

Ein kleines Tal, verwunschen und nicht leicht zu erreichen. Hier wohnt der Bombachgeist, der alle, die hier Unfug treiben, zu viel Lärm veranstalten oder gar Bäume beschädigen oder Holz sammeln wollen, in die Irre führt. Er soll einem Förster einmal gesagt haben, die Menschen können ja überall im Wald herum laufen, sie sollten aber dieses Tal in Ruhe lassen.

Tatsächlich sind im Bombachtal mehrere Ruhezonen eingerichtet worden, die man nicht betreten sollte, da sie dem Schutz der Tiere und Pflanzen dienen. Bitte beherzigt das!

Ich gebe zu, wir sind in eine Zone ein Stückchen hineingegangen, doch dann fing ein lautes, unheimliches Bellen an, und ein großer, stattlicher Rehbock sah von den Hängen zu uns herab und brüllte uns an.

Schnell gingen wir zurück und baten den Bombachgeist um Verzeihung.

Manche sagen, der Bombachgeist sei in Wahrheit identisch mit dem Mordche. Das Mordche war ein Mann, der versehentlich seinen Bruder erschlug und sich daher in den Wäldern um Heppenheim herum versteckte. Viele Diebe und Tagediebe, Obdachlose und Räuber haben früher hier in Wäldern des Odenwaldes gehaust und sich Höhlen in den Waldboden gegraben ; das Mordche wurde einer von ihnen und lebte im Bombachtal.

Er stahl und plünderte und wirkte dabei immer schreckenserregend, denn er fuchtelte viel mit einem großen Messer herum, tat aber keinem etwas zu Leide; der Name Mordche war daher spöttisch gemeint und diente nicht zuletzt dem Zweck, Kinder mit ihm zu erschrecken ("Dann holt dich des Mordche!").

Irgendwann verzieh ihm sein Vater seinen Totschlag und schickte Bekannte zum Mordche, um ihn heimzuholen. Der dachte aber, sie woltlen ihn gefangen nehmen, stürzte mit dem Messer auf sie zu - und wurde erschossen. Seine letzten Worte sollen gewesen sein: "Mich aber begrabt hier in der Bombach, dort unter dem Fels, in dem Wald, der so lange mein einziger Freund war!"

Es heißt, das Mordche spuke hier im Wald.

Auch der Teufel trieb hier sein Unwesen; vor allem den Winzern in den nahen Weinbergen soll er übel mitgespielt haben. Dabei war er immer unsichtbar und konnte nicht gestellt werden. Doch die Winzer konten ihn mit Hilfe von Knodener Zauberern sichtbar machen und vertreiben, und bei der Flucht hinterließ er einen Fußabdruck seines Bocksbeins; vielleicht war es der hier?


Auch Elfen soll es hier geben. Aber die habe ich (noch) nicht gesehen.

Sonntag, 15. Februar 2009

Melampus, Starkenburger Schutzgeist

Die Starkenburg erreicht man von Heppenheim aus, wenn man ein Stück die B 460 Richtung Fürth im Odenwald fährt. Einen Wanderparkplatz gibt es nahe der Burg.
Ausgeschildert.

Rund um die Starkenburg in Heppenheim ranken sich viele Sagen. Einige davon handeln von schwarzen Hunden; der bekannteste dieser Hunde ist der Schutzgeist der Burg, der Melampus.

Melampus war der schwarze Hund eines Müllers, der ein zuverlässiger Bediensteter war. Melampus hat als tapferer und gelehriger Hund Nachrichten überbracht und die Burg samt Bewohnern mutig beschützt.

Als die Burg belagert wurde, machte er die Burgherren auf die eindringenden Feinde aufmerksam, die sich durch einen Geheimgang einschleichen wollten; diese konnten zwar zurückgedrängt werden, aber Melampus verlor dabei sein Leben. Er wurde, so heißt es, im Geheimgang bestattet; angeblich wurden 1924, als der alte Bergfried gesprengt wurde, tatsächlich Hundeknochen entdeckt.

In neueren Zeiten hat man Melampus ein Denkmal gesetzt.

Melampus beschützt die Burg bis heute, und mit feurigen Augen erschreckt er alle, die Ungutes im Schilde führen oder faul und geizig sind.

Auch Revolutionäre von 1848, die eine Madonnenstatue beim Hambach stehlen wollten, wurden vom Melampus erfolgreich vertrieben, und sogar einen Brunnenvergifter soll er erfolgreich gestellt und an seiner Untat gehindert haben.

Auch heißt es, Melampus sei in Wahrheit gar kein Hund gewesen, sondern ein verzauberter Ritter. Er trägt einen Schlüssel im Maul, und sollte ihm eine Jungfrau diesen abnehmen, ist er erlöst.


(alle Sagen nacherzählt; Originaltexte: Bräuer und Metzendorf, "Sagen, Erzählungen und Spukgeschichten aus Heppenheim und Umgebung", 1978)

Starkenburg Heppenheim

Die Starkenburg erreicht man von Heppenheim aus, wenn man ein Stück die B 460 Richtung Fürth im Odenwald fährt. Einen Wanderparkplatz gibt es nahe der Burg.
Ausgeschildert.

Die Starkenburg wurde 1065 vom Kloster Lorsch als Schutzburg namens Burcheldon erbaut; ihren heutigen Namen erhielt sie erst um 1200. Angeblich befand sich hier schon eine vorgeschichtliche Befestigungsanlage.

Hierhin zogen sich Mönche zurück, wenn es zu kriegerischen Auseinandersetztungen kam; die Starkenburg war eine wichtige Festung des Kurfürstentums Mainz an der Bergstraße. Ende des 18. Jahrhunderts begann der Zerfall, nicht zuletzt durch den gezielten Abbruch zwecks Steingewinnung, den die Adelsherren ab dem 19. Jahrhundert zu verhindern versuchten.

Der alte Bergfried musste 1924 gesprengt werden, wohl wegen Schäden, die durch die große Explosion bei der heutigen BASF 1921 in Ludwigshafen verursacht worden sind; damals wurden in Heppenheim alle Scheiben eingedrückt, so mächtig war die Druckwelle der rund 20 km entfernten Explosion.

1930 wurde ein, wie ich finde, nicht sehr authentischer neuer Bergfried errichtet. Heute befindet sich in der Burg eine Jugendherberge.

Beeindruckend ist der Brunnen; es war ursprünglich 80 Meter tief, heute ist er laut Schautafel noch 60 Meter tief. Es heißt außerdem, von der Burg soll es einen Geheimgang zum Kloster Lorsch geben.

Direkt an der Burg habe ich ein kleines (recht unkonventionelles) Labyrinth entdeckt.



Zahlreiche Sagen ranken sich um die Burg.
So die Sage von Burgfräulein, das in eine Schlange verwandelt wurde.

Auch eine weiße Frau gibt es hier.

Außerdem hat die Burg einen Schutzgeist, den Melampus. Es gibt zwischen Heppenheim und der Juhöhe mehrere Sagen von schwarzen Hunden, wobei unklar ist, ob sie sich alle auf Melampus beziehen.