Dieser Teil des äußerst nord-östlichen Odenwaldes gehört zu Mainfranken in Bayern; der Main bildet ungefähr die Grenze zwischen Odenwald und Spessart.
Ein sehr spannender Berg mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten, der auch schöne Aussichten in das Maintal ermöglicht. Neben einer modernen Marienkapelle findet man hier auch die Ruine der nie fertig gestellten Centgrafenkapelle; der damalige Bürgstädter Centgraf Leonhard Gackstadt wollte sich mit dieser frommen Stiftung 1629 hervortun, allerdings verhinderte der 30jährige Krieg die Fertigstellung. Dass eben jener Centgraf auch für zahlreiche Hexenprozesse in Bürgstadt verantwortlich war, lässt diese missglückte Anbiederung an Gott in einem interessanten Licht erschienen.
Auf dem Bürgstädter Berg, der schon seit der Jungsteinzeit bewohnt war, findet sich auch eine keltische Ringwallanlage (vgl Heiligenberg bei Heidelberg); ein Teil ist rekonstruiert worden.
Außerdem gibt es auf dem Bürgstädter Berg zahlreiche Rohlinge von Mühlsteinen, Säulen und Sarkophagen, die - meist, weil sich bei der Vorbearbeitung Fehler im Stein zeigten und der Arbeitsprozess abgebrochen wurde - unvollendet geblieben waren. Das Gestein in der Region ist sehr hübsch, leuchtend rot und glitzernd.

Schon die Römer nutzen es, und so kann bei manchen Rohlingen nicht gesagt werden, ob sie von den Römern oder erst im Mittelalter begonnen wurden. In der Neuzeit glaubte man dann allerdings, diese Steine müssten von Riesen und Dämonen geschaffen worden sein, und meißelte zwecks Exorzierung christliche Symbolik hinein.

In der Romantik entstanden die hier und an anderen Stellen belegten Sagen, dass solche Steine von Riesen geschaffen oder benutzt worden seien; daher kommt der Ausdruck "Heune" (=Hühne = Riese).




