Montag, 2. März 2009

Bombach


Das Bombachtal zweigt von der Bergstraße zwischen Heppenheim und Laudenbach jenseits der Weinberge Richtung Juhöhe nach Osten ab. Man erreicht es über den Wanderweg H3.

Ein kleines Tal, verwunschen und nicht leicht zu erreichen. Hier wohnt der Bombachgeist, der alle, die hier Unfug treiben, zu viel Lärm veranstalten oder gar Bäume beschädigen oder Holz sammeln wollen, in die Irre führt. Er soll einem Förster einmal gesagt haben, die Menschen können ja überall im Wald herum laufen, sie sollten aber dieses Tal in Ruhe lassen.

Tatsächlich sind im Bombachtal mehrere Ruhezonen eingerichtet worden, die man nicht betreten sollte, da sie dem Schutz der Tiere und Pflanzen dienen. Bitte beherzigt das!

Ich gebe zu, wir sind in eine Zone ein Stückchen hineingegangen, doch dann fing ein lautes, unheimliches Bellen an, und ein großer, stattlicher Rehbock sah von den Hängen zu uns herab und brüllte uns an.

Schnell gingen wir zurück und baten den Bombachgeist um Verzeihung.

Manche sagen, der Bombachgeist sei in Wahrheit identisch mit dem Mordche. Das Mordche war ein Mann, der versehentlich seinen Bruder erschlug und sich daher in den Wäldern um Heppenheim herum versteckte. Viele Diebe und Tagediebe, Obdachlose und Räuber haben früher hier in Wäldern des Odenwaldes gehaust und sich Höhlen in den Waldboden gegraben ; das Mordche wurde einer von ihnen und lebte im Bombachtal.

Er stahl und plünderte und wirkte dabei immer schreckenserregend, denn er fuchtelte viel mit einem großen Messer herum, tat aber keinem etwas zu Leide; der Name Mordche war daher spöttisch gemeint und diente nicht zuletzt dem Zweck, Kinder mit ihm zu erschrecken ("Dann holt dich des Mordche!").

Irgendwann verzieh ihm sein Vater seinen Totschlag und schickte Bekannte zum Mordche, um ihn heimzuholen. Der dachte aber, sie woltlen ihn gefangen nehmen, stürzte mit dem Messer auf sie zu - und wurde erschossen. Seine letzten Worte sollen gewesen sein: "Mich aber begrabt hier in der Bombach, dort unter dem Fels, in dem Wald, der so lange mein einziger Freund war!"

Es heißt, das Mordche spuke hier im Wald.

Auch der Teufel trieb hier sein Unwesen; vor allem den Winzern in den nahen Weinbergen soll er übel mitgespielt haben. Dabei war er immer unsichtbar und konnte nicht gestellt werden. Doch die Winzer konten ihn mit Hilfe von Knodener Zauberern sichtbar machen und vertreiben, und bei der Flucht hinterließ er einen Fußabdruck seines Bocksbeins; vielleicht war es der hier?


Auch Elfen soll es hier geben. Aber die habe ich (noch) nicht gesehen.