Ausgeschildert.
Rund um die Starkenburg in Heppenheim ranken sich viele Sagen. Einige davon handeln von schwarzen Hunden; der bekannteste dieser Hunde ist der Schutzgeist der Burg, der Melampus.
Melampus war der schwarze Hund eines Müllers, der ein zuverlässiger Bediensteter war. Melampus hat als tapferer und gelehriger Hund Nachrichten überbracht und die Burg samt Bewohnern mutig beschützt.
Als die Burg belagert wurde, machte er die Burgherren auf die eindringenden Feinde aufmerksam, die sich durch einen Geheimgang einschleichen wollten; diese konnten zwar zurückgedrängt werden, aber Melampus verlor dabei sein Leben. Er wurde, so heißt es, im Geheimgang bestattet; angeblich wurden 1924, als der alte Bergfried gesprengt wurde, tatsächlich Hundeknochen entdeckt.
In neueren Zeiten hat man Melampus ein Denkmal gesetzt.
Auch Revolutionäre von 1848, die eine Madonnenstatue beim Hambach stehlen wollten, wurden vom Melampus erfolgreich vertrieben, und sogar einen Brunnenvergifter soll er erfolgreich gestellt und an seiner Untat gehindert haben.
Auch heißt es, Melampus sei in Wahrheit gar kein Hund gewesen, sondern ein verzauberter Ritter. Er trägt einen Schlüssel im Maul, und sollte ihm eine Jungfrau diesen abnehmen, ist er erlöst.
(alle Sagen nacherzählt; Originaltexte: Bräuer und Metzendorf, "Sagen, Erzählungen und Spukgeschichten aus Heppenheim und Umgebung", 1978)


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