Sonntag, 15. Februar 2009

Melampus, Starkenburger Schutzgeist

Die Starkenburg erreicht man von Heppenheim aus, wenn man ein Stück die B 460 Richtung Fürth im Odenwald fährt. Einen Wanderparkplatz gibt es nahe der Burg.
Ausgeschildert.

Rund um die Starkenburg in Heppenheim ranken sich viele Sagen. Einige davon handeln von schwarzen Hunden; der bekannteste dieser Hunde ist der Schutzgeist der Burg, der Melampus.

Melampus war der schwarze Hund eines Müllers, der ein zuverlässiger Bediensteter war. Melampus hat als tapferer und gelehriger Hund Nachrichten überbracht und die Burg samt Bewohnern mutig beschützt.

Als die Burg belagert wurde, machte er die Burgherren auf die eindringenden Feinde aufmerksam, die sich durch einen Geheimgang einschleichen wollten; diese konnten zwar zurückgedrängt werden, aber Melampus verlor dabei sein Leben. Er wurde, so heißt es, im Geheimgang bestattet; angeblich wurden 1924, als der alte Bergfried gesprengt wurde, tatsächlich Hundeknochen entdeckt.

In neueren Zeiten hat man Melampus ein Denkmal gesetzt.

Melampus beschützt die Burg bis heute, und mit feurigen Augen erschreckt er alle, die Ungutes im Schilde führen oder faul und geizig sind.

Auch Revolutionäre von 1848, die eine Madonnenstatue beim Hambach stehlen wollten, wurden vom Melampus erfolgreich vertrieben, und sogar einen Brunnenvergifter soll er erfolgreich gestellt und an seiner Untat gehindert haben.

Auch heißt es, Melampus sei in Wahrheit gar kein Hund gewesen, sondern ein verzauberter Ritter. Er trägt einen Schlüssel im Maul, und sollte ihm eine Jungfrau diesen abnehmen, ist er erlöst.


(alle Sagen nacherzählt; Originaltexte: Bräuer und Metzendorf, "Sagen, Erzählungen und Spukgeschichten aus Heppenheim und Umgebung", 1978)