Die kleine Kirche liegt am Ortsrand des Amorbacher Stadtteiles Amorsbrunn. Von Westen auf der B47 (Nibelungenstraße) kommend, kann man entweder an dem Kirchlein selbst parken (rechts abbiegen, dann noch zwei Mal rechts) oder von einem Wanderparkplatz aus hinlaufen (links).

Schon um 1030 galt diese Quelle als heilkräftig. Der Mönch Theoderich von Fleury meinte nach einer Heilung von der Gicht, das Wasser sei ein „rivus amoris“ – ein Bach der (göttlichen) Liebe. Dies fand man wohl zu zweideutig und erfand um 1445 die Sage vom heiligen Amor, der hier die erste Kirche errichtet habe. In Wahrheit heißt aber Amorbach bzw. Amorsbrunn nach Amer/Ammer – Sumpf oder Gewässer.

Diese Stätte ist Maria geweiht. Es heißt, dass hier früher ein germanisches oder römisches Heiligtum war; ob das stimmt, sei dahingestellt. Das klare und wohlschmeckende Wasser entspringt unter der Kirche und fließt in ein Becken. An Rand des Beckens sind „Näpfchen“ gekratzt worden. Von dem Fünfernäpfchen heißt es, dass Wasser, dass man hineinschöpft und vor da aus auf die Augen streicht, Augenleiden heilt. Generell soll das Wasser alles mögliche heilen, unter anderem Zahnweh– schon 1652 wurde ein Text verfasst, der sagt: Wann du meinst: aus großem Zahnweh müsst ich vergehn, mit diesem Wasser wasch dir die Zähn. Prima, dachte ich, schmierte mir was auf die kurzsichtigen Augen und spülte meine immer wieder muckenden Zähne.

Auch soll das Wasser ganz besonders gut gegen Kinderlosigkeit helfen. So heißt es, weil Kaiserin Elisabeth, die mit den der Kirche zustehenden Zinsen geizte, nur eine Tochter bekam, Kaiserin Maria Teresia aber, die die Zahlungen wieder aufnahm und noch was drauflegte, 16 Kinder. Man glaubte, das Wasser sei auch für Liebeszauber gedacht; man erzählte außerdem den Kindern früher, nicht der Storch, sondern das „Ammefräle“ habe sie aus der Quelle gezogen.



1 Kommentare:
Hallo, übrigens befindet sich in der Kapelle, am Boden ein runder Deckel aus Holz, den kann man öffnen, dort entspringt dann die Quelle.
Grüsse,
Rainer
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