Samstag, 15. März 2008

Es steht ein Stein im Odenwald...

Angeregt durch ein gerade frisch erschienenes Büchlein, das mit mehr Enthusiasmus als Sachverstand „keltische“ Orte im Odenwald beschreibt, sind mein Freund und ich heute auf die Suche nach ein paar Steinen gegangen, die, so das Büchlein, vielleicht irgendwie von Menschen, dann aber sicher von Heiden, von keltischen Heiden in die Gegend gelegt worden seien.



Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem Herrn vorbei, der gerade morsche Äste von einem Baum sägte. Er fragte uns, wohin wir wollten; als er es erfuhr, seufzte er. Er war der Eigentümer des Waldstückes, in das wir hinein wollten.

Wir unterhielten uns ein bisschen. Zwar stand der Herr der Klassifizierung der Steine als keltisch äußerst kritisch gegenüber – was angesichts der nicht vorhandenen Datenlage nicht weiter verwunderlich ist – doch es störte ihn prinzipiell nicht, dass wir sein Grundstück betreten wollten. Was ihn störte, war, dass in den letzten Jahren ohne sein Wissen oder gar Einverständnis irgendwelche Steine groß als „keltisches Denkmal“ angepriesen werden. Nun ist es aber so, dass er als Eigentümer des Landes dafür haftete, sollte jemanden dort etwas passieren – man kann ja auf allerlei Art und Weise in einem Wald zu Schaden kommen. Um das Risiko, verklagt zu werden, in Grenzen zu halten, bzw. um in einem solchen Fall kostenlosen Rechtsanspruch zu bekommen, musste der Mann nun eine spezielle Haftpflichtversicherung abschließen, die ihn im Jahr 500 Euro kostet. Das war, als sich kein Mensch dafür interessierte, durch sein Wäldchen zu laufen, noch unnötig gewesen.

Wir versprachen, aufzupassen (und ihn, sollte uns etwas auf den Kopf fallen, keineswegs zu verklagen). Was ich nicht versprach, aber dennoch tue, ist, den genauen Standort der – ganz schön anzuschauenden, aber für mich nicht eindeutig „keltischen“ oder besonders kultischen – Steine, die dort liegen, hier zu beschreiben.

Aber interessante Bäume gab es da.

1 Kommentare:

sasserak hat gesagt…

ich lieben auch steine, dei die anblick von diene grüne steine bin zwr nick keltisch, aber etwas pagan /wie unser professer sagt, so dass ich nicht einmal mehr gscheit herum reden kann. ein alter freund aus michelstadt hat mal ein gedicht gemacht, das ging so:
ou ou ou de oudewald

ein anderes noch scheeneres ging etwa so:
mei mutter war dabei, mein oma war dabei, mein vater war dabei, mein neffe war dabei, mein schwester war dabei, mein bruder war dabei ...
nur ich, ich war net dabei

sein lieblingsspruch war von ossi wiener: alle menschen sollen freundinnen werden

als alter barmann (bar kommt von barriere, daher gehört der barmann im weitesten sinn auch zu den grenzberufen) fühle ich mich allen grenzkompetenten wesen verwandt

herzliche grüße
sasserak