Ein Tipp - bei Schnee und Eis ist der steile Aufstieg zur Kapelle beschwerlich bis unmöglich!
Die kleine Wallfahrtskirche, die über dem Odenwalddörfchen Weschnitz thront, und der in der Nähe entspringende Bach - neben der Gesprenz einer der beiden "großen" landschaftsbildenden Flüsse im Odenwald nördlich des Neckars - stehen in einer engen Verbindung. Es heißt, früher hätten die Kelten an dem Ort, an dem heute die Kapelle steht, dem Flussgott Visucius geopfert, von dem sich auch der Name Weschnitz ableitet. Angeblich im 7. Jahrhundert wurde der Ort christianisiert und der heiligen Walburga, Nichte des heiligen Bonifazius, geweiht (auch wenn diese erst später geboren wurde; vielleicht gab es hier noch eine Weile Mischformen der heidnischen und christlichen Verehrung). Bonifazius, der Heidenbekehrer, ist auf einem der Fenster abgebildet. Ähnlich wie der heilige Michael werden Orte zu seinen Ehren oft auf ehemals heidnischen Kultstätten errichtet. Die erste Kapelle auf dem Berg stammte aus dem 17. Jahrhundert, brannte aber immer wieder nieder. Der jetzige Bau stammt aus den 30er Jahren.
Die heilige Walburga ist vielen vielleicht dadurch geläufig, dass sie Namenspatronin für den ersten Mai ist; an diesem Tag pilgern die Gläubigen dann auch zu der Kapelle. In der Nacht zuvor, der "Walpurgisnacht", feiern wir Heiden dagegen unser Beltane; Walburga als Beschützerin vor (nein, nicht der!) Hexen, an deren Feiertag die bekannten stilisierten Fruchtbarkeitsriten in Form von Maitänzen und Maibäumen stattfinden, zeigt deutlich die heidnischen Wurzeln des Walburga-Glaubens. Es ist daher vorstellbar, dass die Anbetung der Heiligen Walburga an diesem Ort heidnische Quellen in Matronenkulten hat.
Die Weschnitzquelle selbst liegt an einer beschaulichen Erholungsanlage.




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