Montag, 29. Januar 2007

Ruine Rodenstein



Reste einer alten Burganlage mit sagenhaften Hintergrund

Anfahrt ab Reichelsheim im Odenwald (von da nach Weinheim und Darmstadt je ca. 30-40 km): im Ortskern links abbiegen, Burg liegt nahe einer kleinen Gaststätte in Reichelsheim-Eberbach ; am besten in Reichelsheim an einer Informationstafel (Ortskern) halten oder nach dem Weg fragen. Inzwischen auch ausgeschildert, glaube ich.

Wenn man die Besichtigung des Wildweibchensteins und eines kleinen Wasserfalles mit dem Besuch der Ruine kombinieren will, kann man auch von folgendem Parkplatz loswandern: Reichelsheim in Gumpen aus Richtung Weinheim links ab nach dem Ortsteil Laudenau. Dort rechts ab Richtung Gaststätte "Zur Freiheit".

Ein verwunschener Ort (bei schönem Wetter nur von diversen Mountainbikern gestört). Zahlreiche Sagen ranken sich um den Rodenstein und die Umgebung. Wer sie alle lesen will, sollte sich folgendes Buch kaufen:

Werner Bergengruen, "Das Buch Rodenstein" - es ist in mehreren Auflagen seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts erschienen, eine aktuelle Ausgabe gibt es bei insel taschenbuch.

Von der Homepage der Gaststätte "Zur Freiheit" erfahren wir folgendes:

"Die mutmaßlichen Erbauer der Burg, Rudolf und Friedrich von Crumbach, die die Burg um 1250 erwarben, nahmen erst den Namen der Burg als Beinamen und später als Hauptnamen an. Das Gemäuer überstand die Wirren der Zeit ohne großen Schaden, selbst im Dreißigjährigen Krieg wurde es von Angriffen verschont. Hingegen waren wohl die Besitzer selbst schnell in Geldnöte geraten, in der Familienchronik sind einige Male Anleihen beim damals sehr mächtigen Grafen von Katzenelnbogen verzeichnet, die aber im Zuge einer Vermählung mit einer seiner Töchter erlassen wurden. Der letzte der Herren von Rodenstein war Junker Georg Friedrich von Rodenstein, der 1671 sehr wahrscheinlich an der Pest verstarb.

Durch die Lage der Burg begünstigt, wurden die Rodensteiner oft als Raubritter bezeichnet. Der bekannteste von Ihnen war Junker Hans von Rodenstein, der im 15. Jahrhundert lebte, und um den sich viele Sagen ranken.

Das beherrschende Element unserer Sagenwelt ist der wilde Jäger, der mit seinem Geisterheer von der Burg Schnellerts zum Rodenstein zieht und somit nahendes Unheil verkündet."

Das Geisterheer, so erzählen auch (angebliche ...) Zeugen aus diesem Jahrhundert, kündigt sich durch Hundegebell, Wagenrasseln, Kettenklirren Rufen, Waffenlärm und Pferdegetrappel an. Geschichten über die "wilde Jagd" – mit anderem Hintergrund - gibt es übrigens auch an anderen Orten als dem Odenwald. Interessant ist, dass die Sagen um die wilde Jagd Ähnlichkeiten zu den germanischen Mythen um Wotans/Odins wildes Heer aufweisen. Der Rodensteiner Geisterzug bleibt unsichtbar, kann aber von Hellsichtigen gesehen werden. Angeblich ist der Graf von Rodenstein zu dieser ewigen Jagd verflucht, weil er ein so ungerechter und schlechter Mensch war und durch seine grausame Art seine Frau in den frühen Tod trieb (aber es gibt zahlreiche andere Sagen, die das Geisterheer durch andere Umstände erklären).

Einen Schatz soll es auf dem Rodenstein auch geben. Er wird laut Sage allerdings von feuerspeienden Katzen (!) bewacht, die nicht zu vertreiben sind und, nach Schlägen mit Haselruten, samt Schatztruhe wieder verschwinden.

Buchtipp dazu:

"Das Buch Rodenstein. Unheimliche Geschichten."
von Werner Bergengruen

Link zur Internetseite der Ruine.

Siehe auch:
Kultplatzblog: Ruine Schnellerts