und jüdischer Friedhof
Sehenswertes im Hemsbacher Wald
Von Hemsbach (an der A 5 zwischen Weinheim (5 km) und Darmstadt (ca. 30 km)) aus Richtung Norden von der Autobahnausfahrt kommend im Ort auf der B3 nach rechts (Richtung Weinheim), dann bald wieder links Richtung Gaststätte "Watzenhof". Hier die teils holprige Straße immer bergan, vorbei an einem alten jüdischen Friedhof, bis zum Wanderparkplatz auf der Hügelkuppe (Erkennungszeichen ist ein einsamer Turm auf dem Hügel, der Waldners Turm oder auch Vierritterturm). Vom Parkplatz aus nach Wanderorientierungstafel richten; Wanderwege führen sowohl am steinernen Gaul als auch am Kreuzberg vorbei. Der Hölzerlipsstein findet sich rechts am Wegesrand, wenn man vom Wanderparkplatz aus der Wegmarkierung "roter Strich" ca. 3-4 km Richtung Weinheim/Hirschkopf folgt.
Waldnersturm/Vierritterturm
Dieser an einen Wehrturm gemahnende Turm steht einsam auf der Anhöhe zwischen dem Balzenbacher Tal und der Rheinebene. Erbaut wurde er im 19. Jahrhundert von einem offenbar etwas romantischen Hemsbacher Grafen. Der Name "Vierrittertrum" kommt daher, dass an den oberen Ecken des Turmes vier Ritterstatuen mit abgeschlagenen Köpfen zu finden sind.
Ich finde diesen Ort sehr angenehm. Er klärt, beruhigt und aktiviert zugleich. Sozusagen geomantischer Ginseng!
Ein Gruß an die örtlichen LARPies, die ich dort öfter beobachte und die den Flair durch Schwertkämpfe usw. vervollständigen ;-). Ein weiterer Gruß an Teenager, die dort Sonnwendfeuer anzünden, uns beim Ritualen beobachten und dann freundlich fragen - "Seid ihr Gothiks?" ;-).
Steinerner Gaul (Stennen Ross)
Es ist durch Quellen nicht näher belegt, doch die Form der Felsformation, die stark an eine ruhendes Pferd erinnert, lässt vermuten, dass es sich bei dieser Steinformation um eine alte Kultstätte gehandelt haben könnte, da die Kelten, die auch hier zeitweise heimisch waren, Pferdegottheiten kannten. Ich bin euch nicht böse, wenn es vielleicht für euch auch eher wie eine liegende Kuh aussieht! Eine Informationstafel an dem Stein berichtet, dass dieser Fels seit dem 8. Jahrhundert als Wegmarkierung verwendet wurde.
Kreuzberg
Laut Tafel auf dem Gipfel des Kreuzberges wurde dieser Ort früher als heidnische Kultstätte benutzt. Archäologische Hinweise darauf gibt es aber nicht.
Dieser Ort wurde erstmals zu Zeiten des Christentums erwähnt. Hierbei handelt es sich um einen Berg, auf welchem eine Michaelskapelle stand (um 1350 - zu Pestzeiten erbaut - bis zum 19. Jahrhundert) und heute ein Kreuzweg errichtet ist. Am Fuß des Berges gibt es eine angeblich heilkräftige Quelle. An Pfingsten finden Prozessionen zum Kreuzberg statt.
Üblicherweise wurden solche Wallfahrtstätten dort errichtet, wo Heiden ihre Götter anbeteten.
Es gibt einige ( christliche ) Sagen um den Kreuzberg.
Einst gebar eine Frau einen Sohn, der nicht auf seinen eigenen Beinen stehen konnte. Sie schwor, daß sie ihren Sohn jede Woche auf den Berg tragen würde, damit er gesund würde. Mit den Jahren wurde sie älter und ihr Sohn wurde schwerer. Da begegnete ihr eine Frau in einem blauen Kleid und sie sagte "Du wirst deinen Sohn nicht länger tragen müssen." Die Mutter fragte, wer die Frau sei, und sich antwortete, daß sie in Laudenbachs unterer Mühle lebe. In diesem Moment sprang der Sohn auf und ging selbst.
Als nun seine Mutter am nächsten Tage in der untersten Mühle zu Laudenbach fragte, wo die gute Dame ist, da wussten die guten Müller nicht, was sie meinte. Im Garten der Mühle aber sah sie eine Statue der Maria im blauen Kleid.
Eine andere Sage lautet folgerndermaßen:
Ein Jäger aus Hemsbach ging auf die Jagd. Auf dem heutigen Kreuzberg entdeckte er eine prächtige Hirschkuh, die ihn ruhig anblickte. Er schoß auf sie, verfehlte sie jedoch - und wurde blind. Seine Nachbarn fanden ihn am nächsten Tage. Während er von seinem Erlebnis erzählte, trat dieselbe Hirschkuh aus dem Wald und scharrte am Boden. Die Leute näherten sich ängstlich dem Tier, das plötzlich verschwand. Auf dem Boden lag ein hölzernes Kreuz, das die Leute ehrfürchtig aufstellten. Zur gleichen Zeit entsprang unterhalb des Berges eine Quelle. Als der Jäger mit dem Wasser der Quelle seine Augen netzte, konnte er wieder sehen. Die Quelle gibt es noch, und sie wird als wundertätig verehrt.
Nach einer anderen Variante der Sage erschoss der Jäger die Hirschkuh und fand an der Stelle das Kreuz.
(Thanx to F. for help :-))
Hölzerlipsstein
Der Grund für die seltsamen Ausbuchtungen in dem Stein erklärt folgende Sage:
Eine Mutter schickte ihre Tochter aus, um der Tante Brot und Wein zu bringen. Die Tochter musste durch den Wald und Hölzerlips, der Räuber, trat ihr entgegen. Er erschlug das Kind. Nach vielen Stunden suchte die Mutter ihre Tochter und fand sie erschlagen am Wegesrand. Ihre Tränen erweichten die Steine und noch heute kann man die Abdrücke der Weinflasche (A) und des Brotes (B) im Stein sehen....
Jüdischer Friedhof
Im schattigen Tal liegt, wenn man von Hemsbach zum Waldners Turm herauffährt, rechterhand ein alter jüdischer Friedhof. Das Betreten ist untersagt; jedoch finden in unregelmäßigen Abständen Führungen statt (bitte bei der Gemeindeverwaltung Hemsbach erkundigen!). Aber auch so kann man einige Blicke auf die Begräbnisstätte werfen, wenn man von dem Wanderparkplatz unterhalb des Friedhofes die Wanderwege 2 und 3 bergan läuft; der Weg führt direkt am Friedhof vorbei und erlaubt einige Einblicke.
Nachtrag - bei einem Runenspaziergang hatte ich beim Steinernen Gaul einen Schalenstein entdeckt:









4 Kommentare:
Hi,
tolle Seite!!!
Hab da noch einige schöne Sachen in Hemsbach, die dich interessieren werden:
Kennst du denn die Hölzerlipsschlucht (da soll er gelebt haben)?
Und was ist mit dem Opferaltar in der nähe des Steinernen Gauls?
Gruß
Andi
Hi Andi,
einen Stein mit schalenartigen Vertiefungen beim Stennen Ross kenne ich, meinst du den?
*Notiz an mich - mal Bilder von machen/reinstellen*
Aber die Hölzerlipsschlucht kenne ich nciht! Erzähl...
Bodecea
Sorry - Antworten dauern bei mir immer etwas länger!
also, die Hölzerlipsschlucht ist eine kleine (ey - die ist WIRKLICH klein - erwarte also bitte nicht zu viel ;) Schlucht, in der die Hölzerlipsbande gelebt haben soll. Die haben damals die Schlucht mit Nadelbäumen abgedeckt - ein Perfektes Versteck!
Du findest sie folgendermassen:
- Hemsbach, Ortsausgeng richtung Laudenbach geht rechts ein Feldweg ab, heisst Umbühl.
- Da fährst (oder läufst) du hoch, bis du an den Waldrand kommst - hier ist rechts ein Weinberg, links eine Parkbucht mit Platz für 2-3 Autos.
- Geradeaus führt ein kleiner Pfad in den Wald, am Bach entlang.
- Den Pfad hoch und am Ende des Pfades rechts weiter.
- Kurz bevor der Weg dann in eine Art Gestrüpp übergeht, läufst du rechts in den Wald hinein (geht bergab) nach ca. 50 - 100 Metern findest du dann (hoffentlich) die Schlucht.
Ist wirklich schwer zu finden. Wenn du sie nicht findest, kann ich dir den Weg gerne mal persönlich zeigen, bin dort oft mit meiner Familie - die Kinder sind gerne in der Gegend unterwegs.
P.S. dass du den "Opferstein" gefunden hast - so ganz ohne Anleitung - finde ich sehr bemerkenswert. Dass du ihn überhaupt finden konntest verdankst du mir :)))))) ist aber `ne andere Geschichte!
Gruß Andi
Huhu Andi,
danke für die Beschreibung, das werde ich doch garantiert mal suchen! Und ich wende mich an dich, wenn ich nicht weiterkomme. Hast du eine Emailadresse, an die ich schreiben kann?
Bodecea
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