Montag, 22. Januar 2007

Der Teufelsstein



Markanter Felsen bei Löhrbach

Von Weinheim aus über die B38 nach Birkenau, dort am Ortsausgang rechts Richtung Löhrbach und Buchklingen. Am Ortausgang Löhrbach führen die Wanderwege A4 und G9 Richtung Jugendzeltplatz rechts bergan in den Wald. Nach ca. 1-2 Kilometern geht es nach einer Hügelkuppe an einem Hochsitz ein Stück in den Wald hinunter. Dort findet sich dann der Teufelsstein.

Der Teufelsstein liegt in einem Stück Nadelwald. Der große Findling wird von einer helleren Quarzkristallschicht durchschnitten, die der Sage nach der Abdruck einer Kette war, mit der der Teufel an diesen Stein gefesselt war, aber dann die Ketten zerbrechen und fliehen konnte.

Wie an jedem so auffälligen Stein kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch dieser Ort einmal mit heidnischen Kulten in Verbindung stand. Allerdings muss ich selbst dazu sagen, dass ich die Stimmung um den Teufelsstein nicht sehr schön fand. Es ist doch ein eher finstres Stück Tann und kein heiterer Ort wie der nicht allzu fern gelegene Götzenstein.

Nachtrag 2006: Bin jetzt mal nach Jahren wieder dort gewesen und fand die Stimmung dort viel angenehmer als das letzte Mal.

Auf einer Seite über die Gemeinde Gorxheimertal findet sich folgende Sage über den Teufelsstein: Vor vielen, vielen Jahren - so erzählt man - waren unter dem Teufelsstein, einem Felsblock auf dem "Waldskopf" bei Trösel, riesige Goldschätze vergraben worden. Schon oft hatten sich die Bauern der umliegenden Ortschaften zusammengetan, um den Schatz gemeinsam zu heben. Aber noch niemals war es ihnen gelungen. Es war nämlich eine Bedingung daran geknüpft: Keiner durfte während der Hebung des Schatzes ein Sterbenswörtchen reden. Einst zogen die Bauern hinaus und hofften, als reiche Leute heimzukommen. Mit Schaufeln, Hacken und einem Joch Ochsen, die den Steinblock herausziehen sollten, ging es lautlos an die Arbeit. Die Männer schwitzten und stöhnten, die Arbeit ging auch sichtlich vonstatten und alle verharrten in eisigem Schweigen.
Da standen auf einmal, wie aus dem Boden gewachsen, einige alte Weiber mit wirren Haaren, schrecklich anzusehen, vor den Schatzgräbern. Diese Hexen trugen unterm Arm einen Sack und in der Hand hielten sie eine Sichel, als ob sie im Wald Futter suchen wollten. Von Zeit zu Zeit ließen sie ihr höhnisches Gelächter vernehmen und es wurde den Bauern ganz unheimlich zu Mute. Die Schatzgräber erkannten, dass diese keine natürlichen Wesen waren, sondern Dienerinnen des Teufels. Sei ließen sich aber in ihrer Arbeit nicht beirren und verfolgten mutig weiter ihr Werk. Die Weiber trieben es immer schlimmer. Sie spotteten und höhnten. Da, fast war der Stein am umkippen und sie glaubten sich schon im Besitz des Schatzes, da konnte einer nicht mehr an sich halten; er stieß einen grässlichen Fluch auf die Weiber aus und in demselben Augenblick sank der Felsblock in seine alte Lage zurück, alle Hoffnungen unter sich begrabend. Jetzt waren auch die Weiber verschwunden. Müde und verdrossen zogen die Männer wieder heim an ihr gewohntes Tagewerk. Das harte Leben der Odenwälder Bauern ließ sie bald die eitlen Hoffnungen vergessen.