Montag, 22. Januar 2007

Das Felsenmeer


Von der A5 Anschlussstelle Bensheim nach Bensheim, von dort die B47 Richtung Lindenfels. In Reichenbach Links ab Richtung Beedenkirchen, dann ausgeschildert.

Aus einer Homepage von Reichenbach:

Zwei Riesen wohnten einst in der Gegend von Reichenbach, der eine auf dem Felsberg, der andere auf dem Hohenstein. Als sie Streit bekamen, bewarfen sie sich mit Felsbrocken. Der Hohensteiner war im Vorteil, er hatte mehr Wurfmaterial. So kam es, dass der Felsberger Riese bald unter den Blöcken begraben wurde; gelegentlich hört man ihn noch darunter brüllen. So wurde im Volksmund die Entstehung des Felsenmeeres erklärt.

Der nördlich von Reichenbach oberhalb des Felsenmeeres gelegene Felsberg besteht aus Granit, mit einigen anderen Einschlüssen. Infolge der Verwitterung im Laufe von Jahrmillionen, unter Einwirkung von Wasser, Frost und Pflanzen, ist besonders harter Grus abgesprengt worden. Durch Auswaschungen fielen diese Brocken in einer Mulde von einem Kilometer Länge zusammen. Das ist die wesentlich nüchternere Erklärung der Geologen für die Entstehung des Felsenmeeres.

Das Felsenmeer wurde schon in früher Zeit als Steinbruch genutzt. Deutliche Spuren haben die Römer am Felsberg hinterlassen, als sie hier Werkstücke für Gebäude im Trierer Dombereich im vierten Jahrhundert n. Chr. bearbeiteten. Über 300 teilweise bearbeitete Steine haben sie hier hinterlassen, besonders zu nennen sind die Riesensäule und der Altarstein. In andere teilbearbeitete Steinbrocken hat man Formen hineininterpretiert, so z.B. die Riesenrutsche, den Riesensessel, die Tischplatte, den Riesensarg, das Riesenschiff oder den Krokodilfelsen.

Die Arbeitsweise der römerzeitlichen Arbeiter lässt sich gut erkennen: In ausgepickelte breite Taschen oder in eine Nut wurden Holzklötze eingesetzt, die durch Feuchtigkeit aufgequollen sind und so die gewünschten Stücke abgesprengt haben. In der neuzeitlichen Bearbeitung verwendet man viel kleinere und enger gesetzte Keillöcher.

Während der höhergelegene Teil des Felsenmeeres durch die teilbearbeiteten Steine seinen besonderen Reiz hat, laden die kleineren Geröllsteine in der zum Tal hinunterführenden Mulde zum Herumklettern ein.

1 Kommentare:

froutes hat gesagt…

Auch der neue Wanderweg des Odenwalds, der Nibelungensteig führt durch's Felsenmeer. Er ist 42km lang und führt von Zwingenberg nach Grasellenbach. Das Felsenmeer wird auf der ersten Etappe von Zwingenberg aus durchquert.
Weitere Wanderrouten um und durch das Felsenmeer, mit GPS-Daten und kostenlosen Wanderkarten, findet man im Tourenportal froutes Freizeitrouten im Felsenmeer.
Kleiner Tipp: möchte man die Felsen erklettern, geht das am besten vom Parkplatz Felsenmeer/Reichenbach aus (unten am Felsenmeer, dort ist auch das Geopark-Informationszentrum). Ist man nicht so gut zu Fuß, fährt man zum Parkplatz Felsberg und kommt oben am Felsenmeer an. Viel Spaß wünscht froutes!